Stellt euch eine kürzere Arbeitswoche vor – bei gleichem Gehalt und mehr Zeit zum Abschalten. Genau das könnte für einige Lehrkräfte in England und Wales bald Wirklichkeit werden. Aktivist*innen drängen Schulen dazu, eine Vier-Tage-Schulwoche auszuprobieren. Das Ziel? Das Wohlbefinden der Lehrkräfte steigern, sie im Beruf halten und neue Talente gewinnen.
Eine Antwort auf Lehrkräfte-Burnout
Die 4 Day Week Foundation will Schulen mehr Spielraum bei den Stundenplänen geben. Vorgeschlagen wird eine 32-Stunden-Woche ohne Gehaltskürzungen. Lehrkräfte hätten so zusätzliche Zeit für Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen. Mit weniger Stress könnten sie produktiver arbeiten. Eine ausgeglichenere Work-Life-Balance soll Burnout vorbeugen. Insgesamt könnte der Beruf dadurch nachhaltiger werden.
Was bedeutet das für die Schüler*innen?
Einige Schulen testen bereits verkürzte Wochen, die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Lehrkräfte berichten von weniger Stress und mehr Fokus. Dennoch sind nicht alle überzeugt. Viele Eltern fürchten, dass eine kürzere Woche Lernlücken hinterlassen könnte. Entstehen durch weniger Unterrichtstage Lücken im Stoff? Sind die Schüler*innen dann noch gut auf wichtige Prüfungen vorbereitet?
Deutschland hat flexible Zeitmodelle für Pädagog*innen bereits erprobt – mit deutlichen Verbesserungen sowohl bei der Zufriedenheit der Lehrkräfte als auch bei den Leistungen der Schüler*innen. England und Wales könnten sich das deutsche Modell zum Vorbild nehmen und es an die eigenen Klassenzimmer anpassen.
Der nächste Schritt
Das britische Bildungsministerium unterstützt flexible Arbeitsmodelle und finanziert Pilotprojekte, um Lehrkräfte im Beruf zu halten. Details sind noch zu klären, doch die Vier-Tage-Schulwoche erscheint zunehmend als mutige Antwort auf ein drängendes Problem.
Der vertraute Fünf-Tage-Rhythmus könnte also bald einem flexibleren Modell weichen. Wird das Lernen dadurch besser? Das wird sich zeigen – doch die Idee verdient eine ernsthafte Debatte.